Julius Blum GmbH, Beschlaegefabrik

NACHHALTIGKEITS BERICHT 2024

MOVING IDEAS FOR SUSTAINABILITY

Medieninhaber | Herausgeber Julius Blum GmbH Industriestraße 1 6973 Höchst, Österreich Tel: +43 5578 705-0 E-Mail: info@blum.com FN: 62067a, Landesgericht Feldkirch Projektleitung, Organisation und Koordination Julius Blum GmbH Sustainability Management Konzept, Text, Gestaltung und Redaktion Redaktionsteam: Caroline Egelhofer, Thomas Obermayr, Johannes Hämmerle Inhalte: Fachbereiche der Blum-Gruppe Grafische Umsetzung: Dieter Bösch Fotos: Julius Blum GmbH, Blum-Gruppe, Adobe Stock Druck Vorarlberger Verlangsanstalt GmbH, Dornbirn Genderklausel Bei Blum zählt der Mensch. In unserem Unternehmen setzen wir auf Vielfalt und lehnen jegliche Form von Diskriminierung ab. Dabei liegt uns auch eine geschlechtergerechte Sprache am Herzen – wenn wir in unseren Textsorten und Formulierungen ein Geschlecht nicht berücksichtigt haben, ist das aus Mangel an Alternativen, um die Lesbarkeit zu erhalten oder aus Unachtsamkeit geschehen. Weitere Hinweise Der Nachhaltigkeitsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, um die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in sämtlichen Teilen sicherzustellen. Bei der Summierung von Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Satz- und Druckfehler können dennoch nicht ganz ausgeschlossen werden. Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Fragen zu diesem Bericht und allgemein zum Thema Nachhaltigkeit bei Blum beantworten wir unter info@blum.com. Dieser Nachhaltigkeitsbericht wurde nicht extern geprüft. Seine Freigabe erfolgte durch die Geschäftsleitung. ➔ GRI 2-3, GRI 2-5 Redaktionsschluss: 31. März 2025 Kontakt und Impressum Nachhaltigkeitsbericht 2024 2 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeitsbericht 2024 6 Unternehmensprofil Organisationsstruktur und Governance 8 Unsere Werte und Grundsätze 9 Unsere Ausrichtung und Strategie 9 Unsere Produkte und Services 11 Unsere Produktions- und Vertriebsstandorte 12 Unsere Wertschöpfungskette 13 14 Nachhaltigkeit bei Blum Herausforderungen im globalen Kontext 16 Nachgefragt 17 Unsere Strategie für gelebte Nachhaltigkeit 18 Strukturierung und Steuerung von Nachhaltigkeit 19 Im Dialog mit unseren Stakeholdern 20 Sustainable Development Goals: Unser Beitrag 24 Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen 26 Normen, Zertifizierungen und Partnerschaften 31 32 Umwelt Energiebedarf 35 Energieeinsatz an unseren Standorten 36 Treibhausgasemissionen 37 Materialeinsatz, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft 39 Verpackung unserer Produkte 43 Produktnachhaltigkeit 45 Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser 46 Abfallwirtschaft und Recycling 47 Wertstoff- und Abfallmanagement 49 50 Soziales Wir bei Blum 52 Personalentwicklung 53 Arbeitsumfeld 56 Ganzheitliche Lehrlingsausbildung 60 Zufriedenheit der Mitarbeitenden 61 Wissen und Lernen 62 „Blum-Pfad“ 64 Sicherheit und Gesundheitsschutz 66 Betriebliches Gesundheitsmanagement 69 70 Unternehmensführung Partnerschaft entlang der Lieferkette 72 Blum-Lieferanten-Verhaltenskodex 73 Geschäftsabläufe und Compliance 75 Compliance Strategie und Politik 76 Blum-Verhaltenskodex 77 Unser Hinweisgebersystem 78 Informationssicherheit, Daten- und Geheimnisschutz 79 80 GRI-Index 3

Standards und Rahmenwerke Als Vorbereitung auf die verpflichtende Richtlinie der Europäischen Union über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen - Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) - legen wir diesen Bericht über unser Engagement in Sachen Nachhaltigkeit vor. Er wurde nach den Reporting Guidelines der Global Reporting Initiative (GRI) und in Übereinstimmung mit den GRI Universal Standards 2021 erstellt. Dadurch werden die Informationen, die der Bericht enthält, vergleichbar und erhalten eine höhere Aussagekraft. Die detaillierte Auflistung aller angeführten Kennzahlen (GRI-Index) findet sich am Ende des Berichts. Unser Nachhaltigkeitsbericht und die Darstellung unserer unternehmerischen Verantwortung sind auch in einem größeren Kontext zu sehen – als weltweit tätiges Unternehmen orientieren wir uns bei unseren Nachhaltigkeitsbestrebungen an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, auf die im jeweiligen Kapitel gesondert verwiesen wird. Berichtsgrenzen und Inhalte Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen beziehen sich auf alle Produktionsstandorte der Blum-Gruppe. Das sind neben dem Unternehmenssitz in Österreich, Polen, den USA, Brasilien und China. Aufgrund unterschiedlicher Berichtsgrenzen sind bei den Kennzahlen keine Vorjahresvergleiche möglich. Weitere Standorte werden in den kommenden Berichtsperioden erfasst. ➔ GRI 2-2 Inhaltlich beschränken wir uns auf relevante Nachhaltigkeitsthemen und die entsprechenden Managementansätze, unter Berücksichtigung der in den GRI empfohlenen Wesentlichkeitsanalyse, die wir in Hinblick auf die kommenden CSRDAnforderungen („doppelte Wesentlichkeit“) überarbeitet und in Bezug auf die jeweiligen Handlungsfelder weiter vertieft haben. Aufbau und Struktur des Berichts folgen diesem Prinzip und behandeln die Themen Environment, Social und Governance (ESG). Inwiefern und inwieweit ein Thema wesentlich ist und wie wir bei Blum damit umgehen, legen wir anhand kurzer Übersichten dar. Die in diesem Bericht enthaltenen Daten umfassen das vergangene Wirtschaftsjahr 2023 / 2024 im Zeitraum 01.07.2023 – 30.06.2024. ➔ GRI 2-3 Über diesen Bericht Der vorliegende Bericht richtet sich an alle unsere Stakeholder. Er enthält detaillierte Informationen darüber, welche Maßnahmen wir als Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit setzen. Unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen haben wir unter dem Motto „moving ideas for sustainability” zusammengefasst und dabei ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: 1. Was haben wir bisher in puncto Nachhaltigkeit erreicht? 2. W o liegen unsere größten Herausforderungen auf dem Weg in eine nachhaltige und vor allem klimagerechte Zukunft? Nachhaltigkeitsbericht 2024 4 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeitsbericht 2024 Unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen leiten sich von einem einzigen Grundwert ab, den unser Großvater Julius Blum schon bei der Gründung unseres Unternehmens festgeschrieben hat und der seitdem unverändert gelebt wird: Das Unternehmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu erhalten. Also schon heute an morgen zu denken und entsprechend zu handeln. Das mag einfach klingen, hat aber – auch vor dem Hintergrund, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ in den letzten Jahrzehnten einen großen Bedeutungszuwachs erfahren hat – viele Facetten und Aspekte, die wir als Unternehmen berücksichtigen und als konkrete Maßnahmen Schritt für Schritt umsetzen. Nicht, weil es uns vorgeschrieben wird oder wir dazu aufgefordert werden, sondern aus Überzeugung und weil kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis gehören. Deswegen lassen wir Taten sprechen. Im sozialen Bereich, wo wir großen Wert auf ein kollegiales, wertschätzendes Arbeitsumfeld legen, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Ethnie oder Religion. Und wo auch die Aus- und Weiterbildung junger Menschen für uns einen sehr hohen Stellenwert hat. Im Wirtschaftlichen, wo wir langfristiges, organisches Wachstum über kurzfristigen Erfolg stellen. Wir achten bei unseren Produkten neben der Funktionalität vor allem auf Qualität und Langlebigkeit und investieren viel in Forschung und Entwicklung, in neue Standorte und den laufenden Ausbau unserer Infrastruktur. Nicht zuletzt im Bereich der Ökologie, der für uns mit dem wirtschaftlichen Aspekt in Verbindung steht. Bei Blum sind wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Denken kein Widerspruch: Wir schließen bei der Herstellung unserer Produkte unsere Rohstoff- und Abfallkreisläufe und schauen gleichzeitig sehr genau darauf, woher und unter welchen Bedingungen wir unsere Rohstoffe beziehen. Wir arbeiten intensiv an klimafreundlichen Transport- und Logistiklösungen und berücksichtigen bei infrastrukturellen Investitionen so viele Nachhaltigkeitsaspekte wie möglich – von der verdichteten Bauweise über ein intelligentes Energiemanagement bis zur Dachbegrünung zum Erhalt der Artenvielfalt. Das Ziel: Die von uns verursachten Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Von Europa bis nach Brasilien, von den USA bis nach China. Überall dort, wo wir mit Werken vertreten sind. Deswegen haben wir unseren zweiten Nachhaltigkeitsbericht um die Daten unserer internationalen Produktionsstandorte erweitert und arbeiten verstärkt daran, für die gesamte Blum-Gruppe verbindliche und einheitliche Standards einzuführen. Denn letztlich kommt es darauf an, den nachfolgenden Generationen nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen, sondern auch einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Dazu beizutragen, ist unsere Verantwortung. Vorwort der Geschäftsführung Martin Blum Philipp Blum 5

Unternehmensprofil Nachhaltigkeitsbericht 2024 Organisationsstruktur und Governance 8 Unsere Werte und Grundsätze 9 Unsere Ausrichtung und Strategie 9 Unsere Produkte und Services 11 Unsere Produktions- und Vertriebsstandorte 12 Unsere Wertschöpfungskette 13 6 © Copyright by Blum MOVING IDEAS FOR SUSTAINABILITY

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Unternehmensprofil Die Blum-Gruppe ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, das sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Möbelbeschlägen spezialisiert hat. Hauptproduktgruppen sind Klappen-, Scharnier-, Auszug- und Pocketsysteme. Um den Kunden und Partnern den Arbeitsalltag zu erleichtern, bietet Blum auch die passenden Verarbeitungshilfen und Services für Vermarktung, Einkauf, Verarbeitung und Montage der Produkte an. Das Unternehmen verfügt über acht Werke in Vorarlberg, Österreich sowie Produktionsstandorte in Polen, Brasilien, China und den USA. Mit 32 Tochtergesellschaften und Repräsentanzen auf der ganzen Welt beliefert Blum Kunden in über 120 Märkten. Organisationsstruktur und Governance Die Blum-Gruppe ist ein gesellschaftergeführtes Familienunternehmen, an dem die Geschäftsführer Martin Blum und Philipp Blum je 26 % der Geschäftsanteile halten, während 48 % auf die Blum Privatstiftung entfallen. Das höchste Leitungsorgan der Blum-Gruppe ist die Geschäftsführung der Blum Group Holding GmbH, die alleinige Gesellschafterin der höchsten operativ tätigen Gruppengesellschaft, der Julius Blum GmbH, ist. Die beiden Geschäftsführer der Julius Blum GmbH (in der Folge „die Geschäftsführer“) gehören der Inhaberfamilie an, sind untereinander gleichberechtigt und auf unbestimmte Zeit bestellt. Die Bestellung der Geschäftsführung obliegt der Alleingesellschafterin, der Blum Group Holding GmbH. Die beiden Geschäftsführer sind Mitglieder der Geschäftsleitung der Julius Blum GmbH. Für die Julius Blum GmbH ist ein Aufsichtsrat eingerichtet, der aus fünf Mitgliedern besteht, von denen zwei als Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Betriebsrat entsandt sind. Der Aufsichtsrat der Blum Group Holding GmbH hat drei Mitglieder. Für die Verankerung einer Governance-Struktur sind aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen (§ 22 GmbHG) die Geschäftsführer Martin Blum und Philipp Blum verantwortlich, unter denen die einzelnen Geschäftsbereiche und Querschnittsfunktionen der Julius Blum GmbH aufgeteilt sind. Die Geschäftsbereiche werden durch eigene Steuerteams geleitet, denen wiederum die Geschäftsführer angehören. ➔ GRI 2-9, GRI 2-10, GRI 2-11, GRI 2-15, GRI 2-16 Unternehmensprofil 8 © Copyright by Blum

Unternehmensprofil Die Werte und Grundsätze unseres Unternehmens wurden vom Gründer Julius Blum vorgegeben und werden seitdem so gelebt. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Prinzipien, die das Fundament unseres Handelns bilden: Die Konsequenz, mit der wir unsere Werte und Grundsätze in unser tägliches Handeln übertragen, bestimmt, wie wir als Unternehmen wahrgenommen werden, und macht uns zu einem vertrauenswürdigen Geschäftspartner. Das gilt auch für alle Nachhaltigkeitsthemen. Dabei sehen wir keinen Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie. Im Gegenteil: Wir denken nachhaltiges Wirtschaften als gemeinsamen Fortschritt beider. Vor diesem Hintergrund ist uns der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen gleichermaßen Anliegen und Ansporn zugleich. So wie wir versuchen, unseren Beitrag für eine positive Entwicklung der Gesellschaft zu leisten, wo immer es uns möglich ist. Unsere Werte und Grundsätze Das Unternehmen soll langfristig für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten werden. Wir verfolgen eine langfristige Finanzpolitik, um die finanzielle Unabhängigkeit und die damit verbundene Entscheidungsfreiheit für unser Unternehmen so lange wie möglich zu erhalten. Unsere Ausrichtung und Strategie Unsere Ausrichtung ist von Stabilität und Zuverlässigkeit im täglichen Handeln gekennzeichnet. Der strategische Rahmen bildet dabei das verbindende Element zwischen der Ausrichtung und den Werten sowie dem Zweck unseres Unternehmens. Strategie, Trend und Innovation Strategiearbeit ist kontinuierlich und eng mit dem Tagesgeschäft verknüpft. Sie muss aber auch den Blick nach vorne richten, um unser Unternehmen zukunftsfit zu machen. Deshalb nehmen wir uns die Zeit, Strategien gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Wir etablieren im Unternehmen und mit ausgewählten Marktorganisationen ein Netzwerk, das laufend Trends (Wohnen, Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt) beobachtet und überprüft, inwieweit diese für uns relevant sind – auch außerhalb unseres aktuellen Kerngeschäfts. Relevante Trends machen wir im Unternehmen transparent und lassen sie in unsere Arbeit einfließen, indem wir das Trendnetzwerk mit unserem Innovationsnetzwerk verknüpfen. Innovation ist unsere Lebensversicherung und die Grundlage laufender Verbesserungen in sämtlichen Bereichen und Geschäftsfeldern. Sie verpflichtet uns, konsequent in Forschung und Entwicklung zu investieren. Dadurch gelingt es uns seit vielen Jahren, unsere Position als innovativer Branchenführer zu behaupten. Zahlreiche unserer Produktentwicklungen zählen mittlerweile zu den Meilensteinen im Möbelbau. Zum Beispiel BLUMOTION, das vielfach ausgezeichnete Dämpfungssystem für sanftes und leises Schließen von Auszügen, Türen und Klappen, das im Mai 2013 mit dem European Inventor Award des Europäischen Patentamts (EPO) für die Ausführung bei Scharnieren prämiert wurde. Im österreichischen Erfindungsranking liegen wir alljährlich im Spitzenfeld – insgesamt halten wir weltweit mehr als 2.000 erteilte Patente. 9

Unternehmensprofil Qualitätspolitik Unser umfassendes Qualitätsversprechen sehen wir als Auftrag und Verpflichtung, den Anforderungen unserer Partner und Kunden zu entsprechen und uns als Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Eckpunkte unserer Qualitätspolitik sichern den langfristigen Fortbestand unseres Unternehmens und gelten nach wie vor unverändert: – Kundenorient ierung: Mit unseren Produk ten, Ser vices und Prozessen schaf fen wir Nut zen und Wer t für unsere Kunden und Par tner. Im Austausch mit ihnen set zen wir unsere Leistungs-, Innovations- und Qualitätsvorstellungen in die Tat um. – Innovat ion: Unsere Innovationen basieren darauf, dass wir uns ak tiv mit den Bedür fnissen unserer Kunden und Par tner auseinanderset zen. Dies gilt für unsere Produk te, Ser vices und Prozesse gleichermaßen. Das durch Innovationen gewonnene Wissen und die dabei gemachten Er fahrungen bilden die Grundlage unserer Qualitätspolitik. – Kont inuierliche Verbesserung: Bestehendes immer weiter zu optimieren und uns dabei ständig zu hinter fragen, gehör t zu unseren Grundsät zen. Wir legen auf das of fene Feedback unserer Kunden und Par tner größten Wer t. Nur so können wir uns als Unternehmen kontinuier lich und in allen Bereichen verbessern. – Mitarbeiterorient ierung: Der Er folg unseres Unternehmens wird ganz wesentlich durch die Leistungsbereitschaf t unserer Mitarbeitenden und deren Identifikation mit Blum bestimmt. Ein Klima des gegenseitigen Ver trauens und des of fenen Dialogs hilf t uns, diese Fähigkeiten beständig weiter zuent wickeln. Alle Mitarbeitenden leisten durch ihr Tun einen Beitrag zur Blum- Qualität und sind dieser verpflichtet. 10 © Copyright by Blum

Unternehmensprofil Unsere Produkte und Services Zu unseren Geschäftsfeldern zählen die Herstellung und der Vertrieb von Klappen-, Scharnier-, Auszug- und Pocketsystemen sowie Bewegungstechnologien, unterstützt durch Verarbeitungshilfen und Services. Den Kern der Geschäftstätigkeit bilden folgende Produktgruppen: Unser Anspruch: Die Wohnqualität unserer Kundinnen und Kunden mit innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten nachhaltig zu verbessern. Deswegen und um bestmöglich auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können, entwickeln wir unsere Produkte ständig weiter. In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns auch mit vollständigen Wohn- und Möbelkonzepten, beispielsweise für optimierte Stauraumnutzung, das Wohnen von morgen oder smarte Möbel. So entstehen Produktgruppen und -varianten, die wir mit innovativen Bewegungstechnologien wie dem gedämpften Schließen oder dem elektrischen Öffnen von Möbeln kombinieren. Wir legen großen Wert darauf, unsere Geschäftskunden und Verarbeiter nicht nur umfassend zu betreuen, sondern ihnen auch die Arbeit so weit wie möglich zu erleichtern. Dazu bieten wir zahlreiche Services und Verarbeitungshilfen an, die unsere Kunden bei der Vermarktung, beim Einkauf sowie bei der Planung, Verarbeitung und Montage unterstützen. Beispiele dafür sind unser digitaler Korpuskonfigurator oder die Bearbeitungsmaschine MINIPRESS top mit dem computergestützten Anschlagsystem EASYSTICK. ➔ GRI 2-6 Klappensysteme Unsere Klappensysteme tragen den Namen AVENTOS und sind in den Varianten Hochfalt-, Hochschwenk-, Hochlift- und Hochklappe erhältlich. Scharniersysteme Stellvertretend für unser umfassendes Scharnierprogramm sei unsere neueste Scharniergeneration genannt: CLIP top BLUMOTION mit integrierter Dämpfung und für unterschiedliche Öffnungswinkel geeignet. Auszugsysteme Wir bieten sowohl Boxsysteme (LEGRABOX, MERIVOBOX, TANDEMBOX) als auch Führungssysteme (MOVENTO, TANDEM) für Schubkästen und Auszüge aus Holz an. Pocketsysteme Unser Pocketsystem nennt sich REVEGO: es handelt sich um ein integriertes Einschiebetürsystem, das Arbeits- oder Wohnbereiche öffnet bzw. verschließt. 11

Unternehmensprofil Blum Aserbaidschan Blum Australien Blum Brasilien Blum China Blum Deutschland Blum Frankreich Blum Griechenland Blum Hongkong Blum Indien Blum Indonesien Blum Kanada Blum Kasachstan Blum Malaysia Blum Mexiko Blum Neuseeland Blum Norwegen Blum Österreich Blum Polen Blum Portugal Blum Rumänien Blum Schweden Blum Schweiz Blum Singapur Blum Slowakei Blum Südafrika Blum Tschechien Blum Tunesien Blum Türkei Blum U.K. Blum Ukraine Blum Ungarn Blum USA Blum Vietnam Blum Polen Blum China Blum Brasilien Blum Österreich Unsere Produktions- und Vertriebsstandorte Die gesamte Blum-Gruppe beschäftigt gegenwärtig über 9.200 Mitarbeitende (davon 71 % am Standort Österreich). Weltweit kümmern sich 32 Tochtergesellschaften und Repräsentanzen um die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Von den acht Werken in Vorarlberg (Österreich) und vier Produktionsstandorten in Polen, Brasilien, China und den USA aus werden 120 Märkte in der ganzen Welt beliefert. ➔ GRI 2-1 Blum USA Orange gekennzei chnete St andor te sind Produk t i ons s t andor te 12 © Copyright by Blum

Unternehmensprofil Unsere Wertschöpfungskette Unser Kerngeschäft ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Funktionsbeschlägen für den Möbelbau. Dabei stehen in Bezug auf das Öffnen und Schließen von Auszügen, Klappen und Türen sowie die damit verbundenen Bewegungstechnologien die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nach einem Mehr an Wohnqualität und -komfort im Mittelpunkt. Als Produktionsbetrieb haben wir die gesamte Wertschöpfungskette – von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Montage des fertigen Produkts – immer im Blick. Schließlich sollen Blum-Produkte und -Dienstleistungen allen, die damit zu tun haben, Vorteile bringen. So freuen sich Möbelkäuferinnen und -käufer, dass ihre Möbel nicht nur schön sind, sondern auch funktional die höchsten Ansprüche erfüllen. Handwerkliche Verarbeiter schätzen die einfache und bequeme Montage. Das Verkaufspersonal erhält überzeugende Verkaufsargumente, und Möbelhersteller profitieren von innovativen Produktsystemen und rationeller Fertigung. Bei all dem ist es unser Ziel, die negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten und nachhaltig Wert zu schaffen – ökonomisch, ökologisch und sozial. Das bezieht sich auf alle Phasen der Wertschöpfungskette, die sich in vereinfachter Form wie folgt darstellt: Bis ein Produkt bei Endkundinnen und -kunden zum Einsatz kommt, sind viele Schritte erforderlich. Der erste Schritt ist der Beschaffungsprozess für die benötigten Ressourcen, Rohstoffe und Halbfertigteile sowie Betriebs- und Hilfsstoffe (siehe Kapitel “Verantwortungsvoller Einkauf”). Der Produktionsprozess beinhaltet zum einen die Komponentenfertigung, also die Herstellung der Produktbestandteile, zum anderen die Montagefertigung, bei der die Komponenten zum fertigen Produkt verarbeitet werden. Nach der Produktion werden die Produkte eingelagert. Dabei sind eine effiziente Logistik und Lagerbewirtschaftung besonders wichtig – das betrifft auch die Bereitstellung und das Management der benötigten Infrastruktur. Im Distributionsprozess schließlich gelangen die Produkte auf dem effizientesten Weg – und möglichst umweltfreundlich – zu unseren direkten Kunden, unseren Handelspartnern und den industriellen Verarbeitern. Dabei stehen immer die spezifischen Kundenbedürfnisse, beispielsweise in Hinblick auf Produktdesign, -sortiment und -varianten oder Verarbeitungsmöglichkeiten, im Mittelpunkt – das gilt auch für die Endkundinnen und -kunden, die die Möbel während der Nutzungsphase verwenden und deren Bedürfnis nach mehr Wohnqualität für uns von zentraler Bedeutung ist. Bei Erreichung des Produktlebensendes werden die Möbel entsorgt und im Idealfall einem fachgerechten Recycling zugeführt. ➔ GRI 2-6 Ressourcen Blum Direkte Kunden Indirekte Kunden Nutzungsphase Produktlebensende Beschaffungsprozess Produktionsprozess Distributionsprozess – Rohstof fe – Energie – Halbfer tiger zeugnisse – Hilfs- und Betr iebsstof fe – Komponentenfer tigung – Montagefer tigung – Lagerbewir tschaf tung – Distr ibution – Industr ielle Verarbeiter – Händler – Handwerk liche Verarbeiter – Möbelnut zer innen- und nut zer – Produk tlebensende 13

Nachhaltigkeit bei Blum Nachhaltigkeitsbericht 2024 Herausforderungen im globalen Kontext 16 Nachgefragt 17 Unsere Strategie für gelebte Nachhaltigkeit 18 Strukturierung und Steuerung von Nachhaltigkeit 19 Im Dialog mit unseren Stakeholdern 20 Sustainable Development Goals: Unser Beitrag 24 Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen 26 Normen, Zertifizierungen und Partnerschaften 31 14 © Copyright by Blum MOVING IDEAS FOR SUSTAINABILITY

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Nachhaltigkeit ist kein Schalter, den man einfach umlegt. Sie ist auch kein kurzfristiges Projekt, das schnell abgehandelt ist. Nachhaltigkeit ist eine Notwendigkeit und damit eine anhaltende Selbstverpflichtung, die große Ausdauer benötigt und nur dann wahrgenommen werden kann, wenn man aus Überzeugung handelt. Mit Überzeugung ist es aber nicht getan. Wir müssen auch – und darin liegt unsere Verpflichtung – konkrete Schritte für ein Mehr an Nachhaltigkeit unternehmen. Und wir dürfen nicht aufhören, Ideen zu entwickeln, wie man die Dinge anders und besser machen kann. Nachhaltigkeit bei Blum Nachhaltigkeit bei Blum Herausforderungen im globalen Kontext Wir sehen uns in der heutigen Zeit komplexen Herausforderungen gegenüber, die nach unmittelbaren Lösungen verlangen. Eine dieser – globalen – Herausforderungen ist die Klimakrise. Sie verschiebt die Prioritäten zahlreicher Unternehmen und sogar ganzer Sektoren in Richtung eines verantwortungsvolleren Unternehmertums jenseits von Gewinnmaximierung und der rein finanziellen Betrachtung der Unternehmensleistung. Beides trägt der aktuellen Entwicklung keine Rechnung mehr. Vielmehr ist es wichtig, den vielfältigen Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung aktiv zu begegnen, mit einem klaren Fokus und exakt definierten Zielen. Vor diesem Hintergrund setzen wir als Unternehmen konkrete Maßnahmen, die alle Unternehmensbereiche einschließen. 16 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeit bei Blum Nachgefragt Nachhaltigkeit war schon immer ein zentraler Unternehmenswert von Blum. Was hat sich diesbezüglich für Blum in den letzten Jahrzehnten verändert und was bedeutet Nachhaltigkeit für das Unternehmen heute? In den mehr als 70 Jahren, die es uns schon gibt, hat sich einiges verändert. Aber der Grundwert, den uns unser Gründer Julius Blum vermittelt hat und an dem wir uns nach wie vor orientieren, ist gleichgeblieben – nämlich langfristig zu denken. Und da bemühen wir uns, nicht den Wald vor lauter Bäumen aus dem Blick zu verlieren, sondern das große Ganze zu sehen: Das Ziel, das Unternehmen langfristig für die Mitarbeitenden zu erhalten. Da geht es zunächst einmal um den sozialen Aspekt, das Miteinander auf Augenhöhe, um gemeinsam für unsere und mit unseren Kunden erfolgreich zu sein. Aber auch um den ökologischen, indem wir versuchen, der nächsten Generation nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen zu übergeben, sondern auch eine lebenswerte Umgebung. Wir sind uns bewusst, dass unser Tun Auswirkungen auf die Umwelt hat. Aber wir setzen alles daran, diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Indem wir langlebige Produkte herstellen, dabei weniger Ressourcen verbrauchen und so Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden. Ökonomie und Ökologie werden ja oft – gerade unter schwierigen wirtschaftlichen Voraussetzungen – als widersprüchlich aufgefasst. Wie sieht Blum das? Und wie gelingt es Blum, beides zu verbinden? Für ein Unternehmen, das längerfristig denkt und plant, ist es selbstverständlich, erwartbare Entwicklungen schon heute bei Zukunftsentscheidungen zu berücksichtigen. Nehmen wir die Energiekosten: Berücksichtigt man bei Investitionen, zum Beispiel in die Wärmerückgewinnung, die erwarteten zukünftigen Energiepreise, dann lassen sich diese Investitionen auch wirtschaftlich rechtfertigen. Anstatt also über viele Jahre mehr Energie zu verbrauchen, investieren wir von vornherein in die Energiereduktion, weil es auf lange Sicht nicht nur ökologisch, sondern auch betriebswirtschaftlich vernünftig ist. Ähnlich verhält es sich mit der Infrastruktur: Wir bauen unsere Werke mehrstöckig. Das ist zunächst deutlich teurer, bringt aber letztlich, angesichts der tendenziell steigenden Bodenpreise einen ökonomischen Vorteil. Gleichzeitig reduzieren wir den Flächenverbrauch, was auch aus ökologischer Sicht begrüßenswert ist. Und da sind wir wieder bei dem Grundwert, nicht nur an das Heute, sondern auch an das Morgen zu denken. Blum legt großen Wert auf gute, vertrauensvolle Beziehungen zu seinen Lieferanten und Partnern. Inwieweit fließt das Thema Nachhaltigkeit hier mit ein? Kann Blum auch über das Unternehmen hinaus etwas beeinflussen, um zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Möbelbranche beizutragen? Wenn man auf Augenhöhe zusammenarbeitet und vertrauensvolle Beziehungen pflegt, dann ist es schwierig, dem Partner einseitig Vorschriften zu machen, vor allem, wenn die Effekte uns nur indirekt tangieren. In einer Partnerschaft muss es jedoch möglich sein, Punkte, die uns wichtig sind, zu adressieren und auf eine positive Veränderung hinzuwirken. Gerade wenn man sich auf regionale Lieferketten konzentriert, wo die Distanzen nicht groß sind. Wo man ähnliche Kompetenzen aufbaut und gemeinsam in eine ähnliche Richtung denkt und forscht. Nachhaltige Produkte mit einem deutlich verringerten CO2-Fußabdruck zu entwickeln, ohne dabei die Kosten zu erhöhen, ist die große Herausforderung der Zukunft. Dazu müssen alle in der Lieferkette zusammenwirken. Gerade, wenn es darum geht, Nachfrage nach solchen Produkten zu kreieren und sie unseren Kunden und letztlich den Konsumenten schmackhaft machen. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, ist mit großem Aufwand verbunden. Aber es ist das Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. Gerhard Humpeler, Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortlicher für Nachhaltigkeit bei Blum 17

Nachhaltigkeit bei Blum Unsere Strategie für gelebte Nachhaltigkeit Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen ist und bleibt uns ein großes Anliegen. Wir sind allerdings davon überzeugt, dass nachhaltiges Wirtschaften nur dann möglich ist, wenn sich ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. Dieser ganzheitliche Ansatz kennzeichnet unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen, die in unserem strategischen Rahmen verankert sind. Der strategische Rahmen konkretisiert unsere Werte und unsere Ausrichtung und verbindet sie mit dem Unternehmenszweck und unseren Geschäftsfeldstrategien. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist unserer Unternehmensphilosophie entsprechend langfristig ausgelegt, wobei wir uns – und das schließt die tägliche Arbeit ein – an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) orientieren. ➔ GRI 2-22 Unser Qualitätsanspruch Unser Kerngeschäft ist darauf ausgerichtet, hochwertige und langlebige Produkte herzustellen, die ein Maximum an Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit bieten. Dabei agieren wir ressourcenschonend und vermeiden negative Einflüsse auf das Ökosystem Erde. Vertrauenswürdiger Partner Wir pflegen einen respektvollen Umgang mit den Menschen und Organisationen in unserem Umfeld. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitmenschen sind für uns das höchste Gut. Innovativ und nachhaltig Nachhaltiges Denken eröffnet Möglichkeiten für innovative Produkte, Services und Geschäftsmodelle. Halten diese Möglichkeiten einer Überprüfung hinsichtlich Machbarkeit und Rentabilität stand, berücksichtigen wir das bei unseren Investitionsentscheidungen. Aus Überzeugung nachhaltig Wir streben nach verantwortungsvollem Wachstum. Ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte sind für uns genauso wichtig wie die finanzielle Gesundheit unseres Unternehmens. Auch das berücksichtigen wir auch bei unseren Investitionsentscheidungen. Quel l e: Auszug St rategi scher Rahmen 18 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeit bei Blum Strukturierung und Steuerung von Nachhaltigkeit Um die strategischen Maßnahmen und Zielsetzungen im Bereich Nachhaltigkeit zu steuern, zu überwachen und voranzutreiben, hat die Geschäftsleitung der Julius Blum GmbH (siehe Kapitel „Unternehmensprofil“) ein Steuerteam Nachhaltigkeit eingerichtet, das regelmäßig über die erzielten Fortschritte berichtet. Da ein Mitglied der Geschäftsleitung auch gleichzeitig Mitglied des Steuerteams Nachhaltigkeit ist, kann bereits auf dieser Ebene lenkend eingegriffen werden. Generelle oder anlassbezogene spezifische Maßnahmen werden von der Geschäftsleitung beschlossen und vom Steuerteam Nachhaltigkeit bzw. den jeweiligen Fachteams im Unternehmen umgesetzt. Zuvor werden die strategischen Nachhaltigkeitsziele unter Einbindung der Geschäftsleitung und im Einklang mit den Unternehmenswerten definiert. Die Geschäftsleitung koordiniert die daraus abgeleiteten strategischen Ziele für die einzelnen Fachbereiche und trägt sie in die Organisation. Die operative Führung der Julius Blum GmbH obliegt den Steuerteams Sales, Marketing, Distribution und Technology, Product Systems, Manufacturing sowie der Geschäftsleitung des Geschäftsfeldes Möbelbeschläge. Dabei sind beide Geschäftsführer als Eigentümer auch Stakeholder. Als solche haben sie die Plattform Integrierte Managementsysteme (IMS), für die der Leiter des Qualitätsmanagements verantwortlich zeichnet und zu der die Leiter der Fachbereiche Qualitätsmanagement, Finanzen, Materialwirtschaft, Produktion, Beschaffung sowie die vertretenden Personen der betroffenen Managementsysteme gehören, beauftragt, die zum Erreichen der erwähnten Ziele erforderlichen Managementsysteme aufzubauen, zu betreiben und zu überwachen. Das betrifft Bereiche wie Qualität, Umwelt, Energie, AEO (Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter), Zoll, Sanktionsrecht, IKS (interne Kontrollsysteme iSv § 22 GmbHG), Risikomanagement, Gesundheit und Sicherheit sowie Informationssicherheit. Die für die Plattform IMS verantwortliche Person berichtet direkt an die Geschäftsleitung der Julius Blum GmbH. Flankierend werden die Systeme und deren Funktionieren durch die Stabsstelle Internal Audit in unregelmäßigen Abständen überprüft – darüber hinaus werden in spezifischen Fachbereichen auch externe Audits durchgeführt. Einer Plattform gehören hauptverantwortliche und berichtspflichtige Personen aus verschiedenen Themen- und Fachbereichen an, die wechselseitige Kontrollrechte ausüben. Die Geschäftsleitung kommt wöchentlich, die Steuerteams der Geschäftsbereiche kommen monatlich zusammen, während sich Plattformen oder Steuerteams aus gegebenem Anlass und / oder themenspezifisch treffen. Die Plattformen und Steuerteams berichten regelmäßig an die Geschäftsleitung als Auftraggeber, wobei üblicherweise mindestens ein Mitglied der Geschäftsleitung in einer Plattform vertreten ist. ➔ GRI 2-12, GRI 2-13, GRI 2-14, GRI 2-17 19

Nachhaltigkeit bei Blum Im Dialog mit unseren Stakeholdern Unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen und -maßnahmen sind Ausdruck unserer eigenen Haltung, berücksichtigen aber auch die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Stakeholder – also aller Parteien, die aus privaten und / oder beruflichen Gründen Interesse am Unternehmen haben, durch Handlungen und Maßnahmen des Unternehmens betroffen sind oder die Unternehmensentwicklung selbst beeinflussen können. Um ihre Bedürfnisse und Ansprüche zu kennen, ist es wesentlich, die Stakeholder nach Betroffenheit (Interesse) und Einfluss einzuordnen, um beides bestmöglich in unsere Entscheidungen, Maßnahmen und Zielsetzungen einfließen zu lassen. ➔ GRI 2-29 20 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeit bei Blum Intern Extern Eigentümer / Inhaber Kunden Mitarbeitende Lieferanten / Strategische Partner Betriebsrat Netzwerke / Plattformen Aufsichtsrat Behörden / Gesetzgeber Gesellschaft / Medien Gemeinden / Nachbarn Extern Intern Gesellschaft / Medien Gemeinden / Nachbarn Lieferanten / Strategische Partner Eigentümer / Inhaber Aufsichtsrat Netzwerke / Plattformen Kunden Betriebsrat Behörden / Gesetzgeber Mitarbeitende 21

Nachhaltigkeit bei Blum Stakeholder Beschreibung Kunden Mit unseren Produkten und Services schaffen wir weltweit einen langfristigen Nutzen und Wert für unsere Kunden. Wir entwickeln nachhaltige Produkte und sind bestrebt, diese so zu gestalten, dass sie optimal funktionieren, langlebig sind und auch ästhetisch entsprechen. Dabei spielen der ständige Austausch und der persönliche Kontakt mit unseren Kunden eine entscheidende Rolle – so können wir auf die Bedürfnisse der Kunden am besten eingehen und mit ihnen gemeinsam Lösungen entwickeln. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: kontinuierlich oder anlassbezogen Kundengespräche und Küchenbeobachtung in der Praxis, Audits, Reklamationswesen Mitarbeitende Unsere Mitarbeitenden sind die treibende Kraft hinter der nachhaltigen Entwicklung unseres Unternehmens. Wir pflegen mit ihnen einen ehrlichen Dialog auf Augenhöhe. Um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen und dabei die persönliche Entwicklung eines jeden einzelnen Mitarbeitenden voranzutreiben, braucht es sinnvolle und fordernde Aufgaben mit einem angemessenen Gestaltungsspielraum. Wie wir damit umgehen, wird im Kapitel „Wir bei Blum“ näher erläutert. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: kontinuierlich Mitarbeiterinformationen, Mitarbeiterveranstaltungen, am täglichen Arbeitsplatz Inhaber / Eigentümer Als international agierendes Familienunternehmen sind wir der Ansicht, dass sinnvolles ökologisches Verhalten langfristig wirtschaftlich ist. Daraus ergibt sich eine Verantwortung für unsere Umwelt und auch für unsere Gesellschaft, die wir aus einer tiefen Überzeugung heraus wahrnehmen, nicht zuletzt deswegen, weil verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln das Unternehmen selbst langfristig sichert und dessen finanzielle Unabhängigkeit gewährleistet. Die Geschäftsführer halten zusammen die Mehrheit an den Unternehmensanteilen der übergeordneten Blum Group Holding GmbH, und die Blum Privatstiftung als größte Gesellschafterin hat einen festen Sitz im Aufsichtsrat. Somit ist sichergestellt, dass die Eigentümer über die im Bereich Nachhaltigkeit gesetzten Maßnahmen sowie die Entwicklungsschritte des Unternehmens informiert sind. Dadurch kann gegebenenfalls lenkend eingegriffen werden. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: regelmäßig Besprechungen, Sitzungen, persönliche Gespräche am Unternehmensstandort Betriebsrat Der Betriebsrat ist das Sprachrohr der Belegschaft. Er wird daher auch in Nachhaltigkeitsthemen aktiv eingebunden. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: anlassbezogen Mitarbeiterveranstaltungen, Informationen, Beratungsangebote Lieferanten / Strategische Partner Unsere Lieferanten und strategischen Partner haben ein erhebliches Interesse an der und großen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Blum. Wir setzen auf langfristige Geschäftsbeziehungen und pflegen Partnerschaften auf Augenhöhe. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen und treiben Forschung und Innovationen voran. Dabei achten wir stets auf ein gemeinsames Nachhaltigkeitsverständnis in den drei Dimensionen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) und bemühen uns gemeinsam, diese Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: regelmäßig Jahres- und Entwicklungsgespräche, Dialoge, Schulungen, Lieferantenbefragungen und -audits 22 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeit bei Blum Stakeholder Beschreibung Gesellschaft / Medien Die Kommunikation mit der Gesellschaft sowie den Medien ist ein wichtiger Bestandteil der Außenwahrnehmung unseres Unternehmens. Wir legen Wert auf Transparenz und Glaubwürdigkeit, weshalb wir proaktiv in den Dialog treten. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: regelmäßig Pressegespräche und -informationen, Messeauftritte, Interviews und Einzelgespräche, Medienanfragen Gemeinden / Nachbarn Mit acht Standorten in Vorarlberg (Österreich) sind wir regional fest verwurzelt und legen auf gute Beziehungen zu unseren Nachbarn und den umliegenden Gemeinden großen Wert. In beiderseitigem Interesse entwickeln wir mit den Gemeinden auch Nachhaltigkeitskonzepte, etwa im Bereich Mobilität oder wenn es darum geht, die Emissionen der Betriebsstätten so gering wie möglich zu halten. Standortspezifische Konzepte und Lösungen werden gemeinsam ausgearbeitet. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: regelmäßig Persönliche Gespräche, Nachbarschaftsdialoge, Pressetermine Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat ist das oberste Kontrollorgan unseres Unternehmens und wird über Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit sowie die entsprechenden Ziele und deren Erreichen regelmäßig informiert. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: regelmäßig Geplante und regelmäßig stattfindende Aufsichtsratssitzungen Netzwerke / Plattformen Gezielte Partnerschaften und Kooperationen sowie die aktive Teilnahme an Kommunikationsplattformen, die dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet sind, versetzen uns in die Lage, uns mit Unternehmen auszutauschen, die vor denselben Herausforderungen stehen. Ein Beispiel sind Industrie- und Branchenverbände, die nicht nur für die Vermittlung von Wissen relevant sind, sondern auch gemeinsame Lösungen ökologischer oder gesellschaftlicher Probleme ermöglichen. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: kontinuierlich oder anlassbezogen Geplante Veranstaltungen und Austauschformate (themenspezifisch und allgemein) Behörden / Gesetzgeber Die Einhaltung von rechtlichen Vorgaben, die verpflichtenden Meldungen an Regulierungsbehörden sowie die Durchführung gesetzlich vorgeschriebener Überprüfungen sind für uns nicht nur im Bereich Nachhaltigkeit selbstverständlich. Wir kommunizieren mit sämtlichen Behörden ehrlich, offen und direkt. Das ist eine der Grundlagen für eine vertrauensvolle Geschäftsgebarung. Austausch / Häufigkeit: Dialogformate: anlassbezogen Behördliche Meldesysteme, Dialog mit örtlichen Behörden (Standortentwicklungen), vorgeschriebene Überprüfungen (Emissionen) 23

Nachhaltigkeit bei Blum Sustainable Development Goals: Unser Beitrag Im Jahr 2015 stellten die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vor. Deren Kernstück bilden die „17 Ziele für nachhaltige Entwicklung“ („Sustainable Development Goals“ – SDGs) mit ihren 169 Unterzielen, die für die nachhaltige Entwicklung und Umgestaltung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt stehen. Um die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern, müssen Partnerschaften eingegangen und innovative Wege beschritten werden. Die Agenda dient als Richtlinie für die vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten bei Blum: Wir leisten unseren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung und legen entsprechend unseren Möglichkeiten als Hersteller und Vertreiber von Möbelbeschlägen den Fokus auf jene SDGs, in deren Einflussbereich wir uns bewegen. Dazu wurden im Berichtszeitraum an unseren Standorten unterschiedliche Projekte und Initiativen gestartet und durchgeführt, die sich an den Handlungsfeldern der SDGs orientieren. – Gesundhei t, Wohlergehen und soziale Absicherung der Mi tar bei tenden (Ar bei t sp lat zergonomie, Gesundhei t smanagement) – Sicherhei t, Qual i tät und Ergonomie in der Produk tnut zung (Kundenfokus) Wir bei Blum, Sozialer Dialog, Sicherhei t und Gesundhei t sschut z Wir bei Blum, Sozialer Dialog Kl imaschut z und Energie im Unternehmen Wir bei Blum, Sozialer Dialog Umwel t, Verant wor tungsvol ler Umgang mi t Wasser Wir bei Blum, Unternehmensführung Umwel t, Mater ialeinsat z, Ressourcenef f izienz und Kreislauf wir t schaf t – Ganzhei t l icher Ansat z „Wissen und Lernen“ im Unternehmen – Ganzhei t l iche Aus- und Wei ter bil dung (Lern- und Ent wick lungsmögl ichkei ten, BlumPfad, Qual i f ikat ion, Selbst verant wor tung und soziale Kompetenzen, Per spek t iven) – Ausgezeichneter Lehr betr ieb (nat ionale und internat ionale Berufsmeister schaf ten) – Ar bei t sumfel d frei von jegl icher Disk r iminierung, vorur teilsfreier und of fener Umgang auf Augenhöhe – Chancengleichhei t und Diver si tät – Gleichgestel l ter Zugang von jungen Frauen und Männern zu ver schiedenen Lehr berufen – Ressourcenschonung und Erhöhung der Ef f izienz bei der Wassernut zung – (Schl ießen von Wasser k reisläufen) – Über wachung und Moni tor ing des Abwasser s und seiner Einlei tung – Erhöhung der Energie - und Ressourcenef f izienz – Nut zung erneuer barer Energien – Ausbau und Wei terent wick lung des Umwel t- und Energiemanagement s – Verant wor tungsvol les Wachstum – Menschenwürdige Gestal tung der Ar bei t sab läufe und -umgebung – Ak t ives Sicherhei t smanagement und Gesundhei t sschut z – Betr ieb l iche Gesundhei t svor sorge – Opt imierung des Ressourceneinsat z berei t s bei der Produk tent wick lung – Opt imierung der Emissionen berei t s auf Produk tebene (Produc t Car bon Footpr int) – Imp lement ierung von Nachhal t igkei t sk r i ter ien im Ent wick lungs- und Innnovat ionsprozess – Ef f izient gestal tete Produk t ionsprozesse (moderne Infrastruk tur, kont inuier l iches Moni tor ing) SDGs Unser Beitrag Handlungsfelder 24 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeit bei Blum Mater ialeeinsat z, Ressourcenef f izienz und Kreislauf wir t schaf t Wir bei Blum, Sozialer Dialog Unternehmensführung Umwel t, Mater ialeinsat z, Ressourcenef f izienz und Kreislauf wir t schaf t, Unternehmensführung Unternehmensführung, Verant wor tungsvol le Beschaf fung Kl imaschut z und Energie im Unternehmen – Nachhal t iger Förder par tner der Region, regionale Wer t schöpfung – Umset zung des Mobil i tät skonzeptes zur Ver r ingerung des regionalen Indivi dualver kehr s – Ver r ingern des Gesamtabfal laufkommens (Vermei dung, Verminderung, Wieder ver wendung) – Einsat z von Rezyk laten – Schl ießen von Kreisläufen – Nut zungsgrade der Rohstof fe erhöhen – Ver besserung der Treibhausgasbilanz (Scope 1, 2,3 – Cor porate Car bon Footpr int) – Opt imierung und Reduzierung der Emissionen auf Produk tebene (Produc t Car bon Footpr int) – Kl imaschut zmaßnahmen in der Transpor t logist ik (Subst i tut ion von Energieträgern) – Nachhal t igkei t in der Beschaf fung, verant wor tungsvol le Beschaf fung von Ressourcen – Umset zung von Abfal lwir t schaf t skonzepten (Abfal l ver wer tungswege, Recyc l ing) – Erar bei tung von Biodiver si tät smaßnahmen – Aufbau von Comp l iance -Struk turen – Blum-Verhal tenskodex, Blum-Lieferanten-Verhal tenskodex – Hinweisgeber-System (Blum Integr i t y Line) – Def ini t ion von Nachhal t igkei t sk r i ter ien für die Lieferantenbewer tung – Net zwer k beteil igungen (Dialogformate zur nachhal t igen Ent wick lung) SDGs Unser Beitrag Handlungsfelder 25

Nachhaltigkeit bei Blum Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen Im Einklang mit den kommenden gesetzlichen Anforderungen wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie in Anlehnung an die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) haben wir 2022 erstmalig eine „doppelte Wesentlichkeitsanalyse” mithilfe externer Expertinnen und Experten durchgeführt. Als Anforderung in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und laut den anerkannten, internationalen Richtlinien wie der Global Reporting Initiative (GRI) oder der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung CSRD steht die Wesentlichkeitsanalyse im Zentrum der strategischen Nachhaltigkeitsüberlegungen. Ihr Ziel ist es, in einem strukturierten Prozess jene Nachhaltigkeitsthemen zu identifizieren, die für das Unternehmen und dessen Stakeholder wesentlich sind. Dieser Prozess gibt uns als Unternehmen auch die Möglichkeit, die besagten Themen zu steuern und damit zusammenhängende Verbesserungspotenziale in den unterschiedlichsten Bereichen aufzuzeigen. Hinsichtlich der wesentlichen Themen gibt es in diesem Berichtsjahr keine Änderung. Eine Überprüfung und Neuevaluierung ist für das kommende Berichtsjahr geplant. Bestimmung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen Der Prozess zur Bestimmung der für uns wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen zeigt, welche ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen für unseren langfristigen Unternehmenserfolg relevant sind, und bezieht dabei die Stakeholder ein. Aus diesem Prozess leiten wir unser Nachhaltigkeitsmanagement ab. Er lässt sich in drei Phasen gliedern: Recherche / Analyse, Bewertung, Bestimmung der wesentlichen Themen. ➔ GRI 3-1 26 © Copyright by Blum

Nachhaltigkeit bei Blum Recherche und Analyse In einem ersten Schritt wurde gemeinsam mit externen Expertinnen und Experten die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette analysiert und eine vorläufige Themenliste („long list“) erstellt. Sie enthält eine Übersicht aller wesentlichen, von uns verursachten Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft und bezieht dabei auch die Unternehmensführung ein. Nach diesen Kriterien (Environment, Social, Governance – ESG) wurde die Liste gegliedert und zusammengefasst, woraus sich 13 potenzielle Themen ergaben (konsolidierte Liste). Bewertung Im zweiten Schritt erfolgte die Bewertung der potenziellen wesentlichen Themen, einerseits in Bezug auf finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen (Outside-In-Betrachtung), andererseits in Bezug auf vom Unternehmen verursachte ökologische und soziale Auswirkungen (Inside-Out-Betrachtung). Die Bewertung wurde von den relevanten Stakeholdern mithilfe externer Expertinnen und Experten durchgeführt. Festlegen der wesentlichen Themen Im letzten Schritt wurden die vorhandenen wesentlichen Themen und die Bewertungen (Inside-Out und Outside-In) mit dem Input der Stakeholder zusammengeführt und abschließend in einer Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst. Diese richtet sich nach dem Konzept der „doppelten Wesentlichkeit“, das neben der Bewertung durch die Stakeholder die beiden Betrachtungsweisen Inside-Out und Outside-In gleichermaßen berücksichtigt. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse erfordert also in der Regel drei Schritte: – Sustainabilit y Impact-Bewer tung (Inside- Out) – Financial Impact-Bewer tung (Outside-In) – Bewer tung aus Sicht der Stakeholder 1. Schritt: Recherche / Analyse 2. Schritt: Bewertung 3. Schritt: Wesentliche Themen 27

Nachhaltigkeit bei Blum Analyse der Auswirkungen auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung Sustainability Impact Bewertung / Inside-Out Um die Auswirkungen auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung abzuschätzen, wurde eine Bestandsaufnahme der Emissionen für jedes wesentliche Thema durchgeführt. Die wesentlichen Themen wurden hinsichtlich ihrer Schwere (Umfang, Ausmaß, Unabänderlichkeit) sowie des möglichen Eintretens negativer Auswirkungen von Expertinnen und Experten beschrieben, und danach mit den Faktoren 0 bis 5 bewertet. Je höher der Faktor, desto wesentlicher ein Thema in Hinblick auf den Sustainability Impact. Analyse finanzieller Auswirkungen Financial Impact Bewertung / Outside-In Die Methode der doppelten Wesentlichkeit berücksichtigt nicht nur die Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung, sondern auch die potenziellen finanziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Dazu wurden in einem ersten Schritt für die 13 potenziell wesentlichen Themen Worst-Case-Szenarien mit einem Zeithorizont von ca. zehn Jahren entworfen und in Abstimmung mit den Expertinnen und Experten finalisiert. -Anschließend wurden die bewertenden Personen ausgewählt. Die Bewertung erfolgte anhand eines Online- Fragebogens und wurde an 13 Personen des Führungskreises ausgesendet. Dabei wurden zwei Bewertungsdimensionen erfasst: – Wir tschaf tliche Auswirkung auf Kapitalgüter (Zugang zu Ressourcen, For t führen der Nut zung) – Wir tschaf tliche Auswirkung auf die Abhängigkeit von Beziehungen zu Stakeholdern Diese konnten in den einzelnen Szenarien mit einem Faktor von 0 bis 4 bewertet werden. 28 © Copyright by Blum

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